Warum mehr Druckmaschinen nicht die Lösung des Problems sind

In der Volkswirtschaftslehre wird gerne das Gütermarktmodell verwendet, um zu erklären, wie Angebot und ...

Warum mehr Druckmaschinen nicht die Lösung des Problems sind
Warum mehr Druckmaschinen nicht die Lösung des Problems sind

Warum mehr Druckmaschinen nicht die Lösung des Problems sind

In der Volkswirtschaftslehre wird gerne das Gütermarktmodell verwendet, um zu erklären, wie Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Den Gütermarkt einer Volkswirtschaft kann man sich wie einen Wochenmarkt vorstellen. Es gibt Verkäufer, die ihre Waren anbieten und Kunden, die extra zum Markt gekommen sind, um diese Waren zu kaufen.

Im Idealfall sind Angebot und Nachfrage gleich groß. Dann herrscht ein sogenanntes Marktgleichgewicht. Das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage kann durch verschiedene Faktoren gestört werden. Die Nachfrage kann plötzlich steigen, sei es, um beim Wochenmarktbeispiel zu bleiben, durch mehr Besucher aufgrund von gutem Wetter oder weil es sich herumgesprochen hat, dass der Verkäufer gute Ware anbietet – ebenso kann schlechtes Wetter zu einer sinkenden Nachfrage führen.

Auch das Angebot kann das Marktgleichgewicht durcheinander bringen. Lieferengpässe zwingen den Verkäufer weniger Waren anbieten zu können; Überproduktion hat zur Folge, dass der Verkäufer auf seiner Ware sitzen bleibt, weil nicht genug Menschen zu seinem Stand gekommen sind.

Die Druckbranche braucht mehr Aufträge, nicht mehr Maschinen

Weg von Wochenmärkten, hin zu Druckereien: In der Druckbranche herrscht bereits seit Jahren kein Marktgleichgewicht mehr. Es werden weniger Kataloge mit einer hohen Auflage produziert als noch in der Vergangenheit und generell bleiben häufig die Aufträge aus.

Als Reaktion auf den Rückgang der Nachfrage bzw. Aufträge investieren Druckereien oftmals in neue Maschinen, um vermeintlich weiterhin am Markt bestehen zu können. Dies führt aber zu Überkapazitäten, denn wenn die Maschinen nicht bedient werden, verdient der Druckereibesitzer auch nicht genug Geld, um die Maschinen finanzieren zu können.

Zusätzlich steigen die Papierpreise und die Druckereien müssen ebenfalls ihre Preise anheben; teilweise müssen sie sie sogar mehrfach innerhalb einer vereinbarten Laufzeit erhöhen. Länger als ein halbes Jahr sind die Preise nicht mehr fix, Druckereien können immer weniger sicher planen. Gerade viele kleine und mittlere Druckereien, die nicht hohe Mengen an Papier ordern können, sind von der Papierpreislage betroffen. Die Rechnungen stapeln sich und im Ernstfall muss die Druckerei Insolvenz anmelden.